Alternative Medizin im Aquarium


Ich möchte an dieser Stelle einen kleinen Überblick geben, welche Naturstoffe und natürliche Methoden es gibt, mit denen man seinen Fischen im Krankheitsfall helfen kann. Dies ist besonders wichtig, da einige Keime gegen Medikamente resistent sind, bzw. Garnelen und Schnecken bestimmte Bestandteile der Medikamente nicht vertragen und sterben.

Wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigt, ist man überrascht wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Am Ende hat man fast den Eindruck, einen Heilpraktikerkurs zu machen. Deshalb soll dies auch nur eine Einführung sein, da es bei den einzelnen Anwendungen doch einiges zu beachten gibt. Damit sie helfen und nicht schaden.

Hier der ausdrückliche Hinweis: immer vorher GENAU informieren, bevor man mit der Behandlung beginnt !!!
Die anzuwendenden Blätter und Zapfen sollten unbedingt möglichst weitab von Straßen und Landwirtschaftsbetrieben gesammelt werden (Belastung). Bitte die Blätter und Zapfen niemals auf Zeitungspapier trocknen oder darin lagern, Druckerschwärze enthält Blei !

So nun erstmal ein Überblick, mit was man alles behandeln kann.

Blätter der Eiche-,Birke-, Wahlnuss-und Buchenbäume, Erlenzäpfchen, Zimtstangen, scharzer und grüner Tee, Seemandelbaumlätter, Salz (ohne Flourid oder Jodzusätze!), ja sogar Knoblauch kann zur Anwendung kommen. Auch die Temperatur spielt bei den Behandlungen oft eine sehr wichtig Rolle. Bei allen Anwendungen sollte man für eine gute Durchlüftung des Beckens sorgen, z.B mit einem Sprudelstein (Membranpumpe) oder einem Diffusor.

Erlenzapfen:
Wirkungsweise: Zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Vermeidung von Laichverpilzung (antibakteriell; fungizid), weniger geeignet zur Krankheitsbekämpfung (eher unterstützend), kann den Ph senken.
Dosierung: im allgemeinen kann man von 5-10 Erlenzapfen auf 100l ausgehen. Die Empfehlungen schwanken jedoch erheblich. Genaue Erkundigungen im Internet und in der Literatur sind zu empfehlen. So kann man am besten beurteilen, welche Dosierung für das eigene Becken die beste ist.

Zimtstangen:
Wirkungsweise: Gegen Laichverpilzung, bei Flossenfäule, bei Umsetzungstress z.B bei Neuankömmlingen und Schleimhautproblemen (bakterizid, fungizid)
Dosierung: eine mittelgroße Stange Zimt auf 100l einfach ins Aq geben. Einige empfehlen das Entfernen nach einer Woche, andere belassen sie im Becken, wo es von den Fischen gefressen wird.
Es gibt noch die Möglichkeit einer Behandlung mit Zimtsud, die aber nur nach genauer Information darüber angewendet werden sollte.
Eine höhere Dosierung im Gesellschaftsbecken sollte nicht vorgenommen werden da Zimt auch sedidative Eigenschaften hat und man sonst die Tiere unter Umständen *einschläfern* würde.

Tee(schwarz und grün):
Wirkungsweise: Als Dauerbehandlung im Becken zur Vorbeugung von Krankheiten und Laichverpilzung; wirkt durch seine Gerbstoffe und andere Inhaltsstoffe auch bakterizid und fungizid
Dosierung: Normal Tee zubereiten (bitte aus dem Bioladen wg Rückständen), die ersten 3 Aufgüsse selber trinken und erst den 4. Aufguss verwenden da die Wirkstoffe sonst zu stark konzentriert sind. Man gibt ca. 1l Tee auf 100l Aq-Wasser.
ES gibt auch bei ´Tee eine Roßkur für den Notfall, die jedoch der genauen Beobachtung und Vorinformation bedarf, daher wird sie hier nicht weiter beschrieben.

Seemandelbaumblätter:
Wirkungsweise: fördert den Heilungsprozess bei Bisswunden und Verletzungen, zur Stärkung der Abwehrkräfte bei Transporten, nach Umsetzungen und bei Jungfischen geeignet, antibakteriell und pilzhemmend, schleimhautschützend ; kann auch zur Vorbeugung angewendet werden.
Dosierung: ein durchschnittlich großes Blatt auf 100l Aqwasser (die Blätter werden in extem unterschiedliche Größen im Handel angeboten) Man sollte keine im grünen Zustand getrocknete Blätter kaufen, da ihre Wirkstoffe geringer sind.

Blätter des Wahlnussbaums:
Wirkungsweise: bei Verletzungen, Verpilzungen, antibakteriell
Dosierung: 3 Blätter auf 100l , die Blätter können im Becken verbleiben, da sie von Welsen gerne gefressen werden. Die grünen Blätter ernten trocknen, keine herrabgefallenen Blätter verwenden, da die Gefahr besteht, daß man sich Bakterien und ähnliches ins Becken holen kann.
Hinweis: NICHT bei akuten Krankheiten benutzen, da das Immunsystem durch die enthaltenen Wirkstoffe zusätzliche Arbeit leisten muss. Besser als Vorbeugung oder im Anfangsstadium anzuwenden.

Blätter des Birkenbaums:
Wirkungsweise: Unterstützt die Heilung von Tumoren und Geschwüren, bei Fischtuberkolose können die Blätter helfen ein Ausbrechen der Krankheit zu verhindern, da die chininähnlichen Wirkstoffe helfen den Erreger einzukapseln;eine Heilung ist jedoch wie auch bei herkömmlich angewendeten Medikamenten leider nicht möglich.
Dosierung: In Extrabecken ca 20 Blätter auf 100l, die Behandlung sollte ca 1 Woche dauern oder die Symptome deutlich nachlassen, im Gesellschaftsbecken ca 10-15 Blätter auf 100l, die Blätter können im Becken verbleiben. Gewinning siehe Walnussblätter, bitte keine Herbstblätter verwenden, da sie kaum noch nützliche Wirkstoffe beinhalten.

Salz:
Wirkungsweise:Zur Bekämpfung vieler Ektoparasiten (Haut-und Kiemenwürmer), Ichtyo (Pünktchenkrankheit), Flossenfäule, Schleimhautproblemen, Verpilzung und auffälligem Scheuern
Hinweis: Diese Behandlung bedarf der GENAUEN Information, da vieles zu beachten ist. An dieser Stelle kann nur die Möglichkeit einer Salzbehandlung kurz erläutert werden.
Dosierung: Es wird einen eigenen Text geben, in dem Dosierung und unter welchen Bedingungen Salz angewendet werden kann genau erläutert wird.

Alles in allem kann man von diesen Behandlungen keine Wunder erwarten, aber diese Methoden sind oft sehr erfolgreich und ersparen einem den Einsatz von starken Breitbandmedikamenten, insbesondere wenn sie schon im Bereich der Vorbeugung oder bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung eingesetzt werden. Trotzdem muss man auch bei den alternativen Methoden einiges beachten und darf nicht dem Trugschluss erliegen, es seien ja nur Blätter und man könne ruhig mehr ins Becken geben. Genaue Information über die Dosierung und Wirkungsweise ist immer angebracht.
Man sollte sich auch immer nur für eine Behandlungsmethode entscheiden und ein anderes Medikament erst nach einem kräftigen Waserwechsel einsetzen.

P.S.: der Autor hat nicht alle Anwendungen in seinen Becken ausprobiert und kann auch bei den selbstgetesteten Methoden keine Garantie dafür übernehmen, daß sie in einem anderen Aquarium ohne Nebenwirkungen sind und zur Heilung führen.
Anwendung auf eigene Gefahr und Verantwortung!!!