Neu in der Aquaristik? Das sollte ich wissen!
Ihr spielt mit dem Gedanken Euch ein Aquarium zuzulegen? Oder habt ihr euch vielleicht erst vor kurzem euer erstes Becken eingerichtet,
seid euch aber nicht sicher, ob ihr alles richtig macht?
In dem folgenden Text findet ihr kurz zusammengefasst, die wichtigsten Punkte, die man beim Kauf und der Einrichtung eines Aquariums
beachten sollte. Im Mittelpunkt steht dabei das Süsswasseraquarium, da die Pflege von Meer- oder Brackwassertieren doch schon etwas
mehr technischen Aufwand und Erfahrung benötigt. Damit solltet ihr vielleicht noch etwas warten.
Natürlich können die einzelnen Themen nur kurz angerissen werden, wenn ihr also etwas ganz genau wissen wollt, so stellt Eure Fragen im
Forum - am besten in der Rubrik "Aller Anfang ist schwer...bleibt es aber nicht"
Oder ihr schaut Euch in der Bibliothek um. Dort findet
ihr weitere interessante Texte rund um die Aquaristik.
Was brauchen wir alles?
1. Das Becken
Vor dem Kauf eines Beckens sollte man sich zunächst überlegen, wo man es in der Wohnung aufstellen möchte. Der Platz sollte auf keinen Fall zu
sehr von der Sonne beschienen sein (also gegenüber einem Südfenster ist es eher ungünstig), aber gegen ein bisschen Sonne am Morgen oder am
Abend haben die Fische nichts einzuwenden. Ausserdem sind Fische gegen zu grosse Lautstärke direkt am Becken empfindlich, also der Platz neben
dem Fernseher oder der Stereoanlage ist ebenfalls schlecht. Und natürlich sollte der Platz auch so gewählt werden, dass man das Aquarium
bequem betrachten kann. Schliesslich soll es ja ein Blickfang werden.
Hat man eine schöne Stelle für das Becken gefunden, sollte man sich über die Grösse Gedanken machen. Im allgemeinen gilt: je grösser ein Becken,
um so einfacher ist es auf Dauer zu pflegen. Aber bei Becken ab 300 Liter aufwärts, sollte man sich über die Tragkraft des Fussbodens informieren.
Steht das Becken an einer tragenden Wand und ist der Boden aus Beton, so sollte es bis ca. 500l keine Probleme geben, besteht der Boden allerdings
aus Holzdielen, sollte man sich bei der Hausverwaltung oder bei einem Statiker absichern, dass der Boden das Gewicht des Beckens trägt. Immerhin
wiegt ein gefülltes 300l Becken an die 500 kg.
Für Anfänger würden wir ein Becken mit einer Kantenlänge zwischen 80cm und 1m empfehlen (ca. 112-200Liter). Stehen verschiedene Beckenformen zur
Auswahl, empfiehlt es sich, ein Becken mit grosser Tiefe zu nehmen, da dies mehr Schwimmraum für die Fische schafft. Für den Unterbau des Beckens
kann man entweder einen Aquarienschrank kaufen (häufig werden Becken und Schrank zusammen angeboten) oder man baut sich selbst eine stabile
Unterlage (z.B. aus Ytong-Steinen und starken Küchenplatten). Bitte keine normalen Schränke und Kommoden als Unterschrank verwenden, da diese
nicht für solch ein grosses Gewicht ausgelegt sind.
2. Die Technik
2.1. Beleuchtung
Bei den meisten im Handel erhältlichen Becken ist bereits eine Abdeckung mit entsprechenden Lampen dabei. Hat man beim Kauf mehrere Abdeckungen zur Auswahl,
so entscheidet Euch am besten für die mit den meisten Lampen. Für ein 80-er oder 1m Becken sollten es schon mind. 2 sein. In den meisten Abdeckungen
werden ganz normale Leuchtstoffröhren, sogenannte T8-Leuchten eingesetzt, wie man sie in Büros und Lagerhallen findet. In den letzten Jahren sind
ausserdem die etwas schmaleren, aber leistungsfähigeren T5-Röhren aufgekommen. Diese sind allerdings auch etwas teurer in der Anschaffung.
Normalerweise reichen T8-Leuchten völlig aus.
Sollten beim Kauf der Abdeckung keine Leuchten enthalten sein, dann kauft nicht unbedingt die teuren Aquarienleuchten , sondern schaut mal im Baumarkt
bei den „normalen“ Leuchtstoffröhren. Röhren mit der Bezeichnung 830, 840 oder 860 eigenen sich zum Beispiel sehr gut fürs Aquarium und sind meist
preiswerter als die Speziallampen (die eigentlich genau mit der gleichen Technik arbeiten). Dabei geben 830-er Röhren, eher rotes Licht (warmes Licht,
für das Längenwachstum der Pflanzen zuständig) und 860-er Röhren eher blaues Licht (kaltes Licht, für das Breitenwachstum verantwortlich und für das menschliche Auge sehr angenehm),
die 840er ist so der Mittelbereich. Durch eine Mischung der Lichtfarben erhält man eine ideale Beleuchtung, z.B. hinten eine 830-er Lampe für die Pflanzen
und vorn eine 860-er Lampe damit die Fische gut zu betrachten sind.
2.2.Filter
Der Filter ist das Herzstück des Aquariums. Er ist für die Reinigung des Wassers notwendig. Zum einen werden Schwebstoffe herausgefiltert, die sonst
das Wasser trüben würden und zum anderen siedeln dort Bakterien, die Giftstoffe im Wasser in unschädliche Substanzen umwandeln. Man spricht von
mechanischer und biologischer Filterung.
Beim Filter unterscheidet man grundsätzlich 2 Arten von Filter: Innenfilter und Aussenfilter.
Der Innenfilter wird, wie der Name schon sagt im Aquarium installiert und der Aussenfilter steht ausserhalb des Beckens und das Wasser wird mittels
Schläuche durch den Filter gepumpt.
Für welche Art ihr Euch entscheidet, ist ein wenig Geschmackssache. Manche bevorzugen Innenfilter, weil dort die Gefahr des Auslaufens nicht besteht,
andere bevorzugen Aussenfilter, weil Innenfilter im Becken oft unschön aussehen.
Wichtig ist bei beiden Systemen, dass die Filter gross genug gewählt werden (auf der Packung schauen, für welche Beckengrösse der Filter geeignet
ist und lieber ne Nummer grösser wählen). Ausserdem sollte der Filter mehrere Kammern besitzen, in die man verschiedenes Filtermaterial füllen kann.
Für die mechanische Filterung bietet sich feiner Schaumstoff oder Filterwatte an, für die biologische Filterung benötigen die Bakterien Filtermaterialien
mit grosser Oberfläche z.B. grober Schaumstoff, Tonkügelchen oder ähnliches. Am besten man kombiniert mehrere verschiedene Materialien.
Achtet beim Kauf des Filters darauf, dass sich die Pumpenleistung varieren lässt. Ein neuer oder frischgereinigter Filter gibt dem Wasser weniger
Widerstand und das Wasser fliesst schneller durch den Filter, dann sollte man die Pumpe auf Minimum stellen, damit die Strömung im Becken nicht zu
stark ist. Später setzt sich das Filtermaterial durch die Bakterien und Schmutzteilchen zu und die Pumpe muss kräftiger arbeiten, um das Wasser durch
den Filter zu befördern. Die Pumpleistung sollte daher zwischen dem 1 bis 4-fachen des Beckeninhalts pro Stunde zu verstellen sein.
2.3.Heizer
Das ist das dritte technische Gerät, dass zu einer Aquariengrundausstattung gehört. Am besten eigenen sich Heizstäbe, die möglichst vollständig
eintauchbar sind (dann hat man mehr Möglichkeiten diese im Becken anzubringen). Für normal beheizte Räume reichen ca. 1 Watt pro Liter, steht das
Aquarium in einem sehr kalten Raum, dann eventuell eher 1,5 Watt pro Liter. Alle modernen Heizstäbe sind regelbar, d.h. die Temperatur lässt sich
beliebig einstellen und die Heizstäbe schalten sich automatisch ab, wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist.
Inzwischen gibt es auch Heizer die direkt im Innen- oder Aussenfilter installiert sind. Dort sind sie natürlich schön versteckt und stören die
Optik nicht.
Zur Kontrolle der Temperatur im Becken sollte ein Thermometer nicht fehlen. Dabei reichen die ganz einfachen Modelle für 1-2 Euro völlig aus.
Der Handel bietet zusätzlich zu der obengenannten technischen Einrichtung noch vieles andere an Zubehör, aber für die meisten Becken sind diese nicht
nötig.
Komplettsets: Viele Hersteller von Becken bieten sogenannte Komplettsets an, die neben dem Becken und einem Unterschrank auch schon die notwendige
Technik enthalten. Schaut Euch am besten die einzelnen Komponenten genau an, ob diese Euren Vorstellungen entsprechen und macht Preisvergleiche
zum Einzelkauf. Grundsätzlich ist gegen den Kauf eines solchen Sets nichts einzuwenden.
3.Einrichtungsgegenstände
3.1. Bodengrund
Die Wahl des Bodengrundes richtet sich in vielen Fällen nach der Art der Fische die man später halten möchte. Nicht alle Fische lassen sich
beispielsweise auf groben Kies halten. Solltest du noch nicht genau wissen, was später mal in das Becken soll, so empfiehlt sich in jedem Fall
feiner Kies (Korngrösse bis 1mm) oder Sand. Der Bodengrund wird zwar auch in den Aquariengeschäften angeboten, aber in Baumärkten und Baustoffzentren
findet man ebenfalls Sand und Kies zu wesentlich günstigeren Preisen.
Wichtig bei der Wahl des Bodengrundes ist das Gestein: Der Kies oder Sand sollte aus kalk- und schadstofffreiem Material sein und nicht zu
scharfkantig. Im Zweifelsfall mal ein paar Körner zwischen Daumen und Zeigefinger reiben, es darf nicht weh tun.
Der Bodengrund sollte im Aquarium mind. 5 cm hoch sein, daher genügend Kies und Sand kaufen. Die Berechnungsformel für die notwendige Menge lautet
Länge x Breite x Höhe. Beispiel ein Becken mit 1 Meter Länge und 40 cm Tiefe und einer gewünschten Sandhöhe von 5 cm berechnet man folgendermaßen:
1,0 x 0,40 x 0,05 = 0,02 m³. Sand hat ein Schüttgewicht von ca. 1,4 Tonnen je m³ also berechnet man nun 0,02 x 1,4= 0,028 m³.
Das entspricht 28 Kg Sand, die man für ein 1 Meter Becken benötigt.
3.2. Dekoration
Dekoration für Aquarien gibt es in den Zoogeschäften in Hülle und Fülle, aber nicht alles ist wirklich sinnvoll für die Fische.
Die Dekoration sollte aus natürlichem oder naturähnlichem Material bestehen. Wurzeln und Steine sehen sehr dekorativ aus und bieten den Fischen Schutz.
Bei Wurzeln aus dem Aquarienladen kann man sich sicher sein, dass diese gut geeignet sind. Selbstgesammelte Wurzeln können im Aquarium schimmeln.
Bei den Steinen darauf achten, dass diese Kalkfrei sind (im Zweifelsfall etwas Essigessenz drauftropfen, wenn es schäumt, ist Kalk drin) und keine
metallischen Einschlüsse haben. Günstig sind z.B. Schiefer, Lochgestein oder Lavagestein – also mal ein bisschen Nachforschen aus welchem Gestein,
die Berge in Eurer Umgebung bestehen und dann könnt ihr sammeln gehen.
Solltet ihr die Steine übereinanderstapeln, so achtet darauf, das das Bauwerk nicht einstürzen kann. Am besten den untersten Stein direkt
auf die Bodenplatte des Aquariums legen, und die darauf gestapelten Steine verkleben (z.B. mit Lebensmittelechtem Silikon aus dem Baumarkt).
Ansonsten eigenen sich für das Aquarium Höhlen und Unterstände aus Ton, halbe Kokosnussschalen oder Bambusröhren.
Schatzkisten, Piratenschiffe, Totenköpfe und ähnliche bunte Gebilde, die im Handel angeboten werden, sollen zwar auch der Dekoration dienen,
aber sind eigentlich unnötig. Die eigentliche Schätze des Aquariums sollten doch die Tiere und Pflanzen sein.
3.3. Pflanzen
Pflanzen sind das wichtigste in einem Aquarium. Neben ihrer dekorativen Wirkung, wandeln sie CO2 in lebenswichtigen Sauerstoff um, nehmen
Schadstoffe auf und bieten den Fischen Versteckmöglichkeiten. Ausserdem lässt sich mit den Pflanzen das Aquarium in verschiedene Bereiche
gliedern und das hilft den Fischen zum Beispiel ihre Reviere festzulegen.
Bei der Einrichtung des Aquariums gilt, es können gar nicht genug Pflanzen sein. Es sollten mind. 70% des Aquariums bepflanzt werden.
Dabei staffelt man die Pflanzen entsprechend ihrer Wuchshöhe, kleine Pflanzen vorn und die grossen nach hinten.
Zu Beginn sollte man das Aquarium mit robusten, schnellwachsenden Pflanzen bestücken. Dazu zählen vor allem Pflanzen der Gattungen:
- Vallisnerien
- Schwertpflanzen (Echinodoris)
- Wasserkelch (Cryptocorynen)
- Wasserpest
- Haarnixe (Cabomba)
- Wasserfreund (Hygrophila)
Diese Pflanzen gibt es in verschiedenen Formen, Farben und Grössen, die sich sehr gut miteinander kombinieren lassen.
Auch Schwimmpflanzen wie Muschelblumen oder Froschbiss wachsen recht schnell und sorgen für schattige Bereiche im Becken.
Rotblättrige Pflanzen sehen zwar sehr dekorativ aus, sind aber meist sehr anspruchsvoll in der Pflege, daher erstmal eher zu grünen Pflanzen greifen.
Wenn Euch die Anschaffung der Pflanzen im Laden zu teuer ist, so lohnt es sich auf Aquarienbörsen und im Forum zu schauen. Dort werden die Pflanzen meist
recht preiswert angeboten. Solltet ihr bereits Kontakt zu einem Aquarianer haben, wird dieser sicherlich auch immer wieder Pflanzen abzugeben haben,
denn wenn sie einmal angewachsen sind, vermehren sie sich recht gut.
4. Nützliches Zubehör
Was braucht man sonst noch für die Aquarienpflege?
Eimer: - am besten gleich 2 oder 3 Stück, und diese nur für das Aquarium verwenden!!!
Schlauch: - z.B. für den Wasserwechsel mit Durchmesser 1-2cm, ruhig gleich 3 Meter kaufen, kürzen kann man immer noch; bei der Anschaffung
eines Aussenfilters schauen, ob und wieviel Schlauch noch benötigt wird, um die Verbindung zum Aquarium herzustellen
Kescher: Sollte man in verschiedenen Grössen parat haben
Aquarienrückwand: - damit später nicht an der Rückseite des Aquariums die Tapete durchscheint, sollte man sich überlegen, die Rückwand
entsprechend zu verkleiden. Die einfachste Variante ist es sich schwarze, dunkelgrüne, dunkelblaue oder braune Klebefolie zu besorgen und diese
an die Rückwand zu kleben (keine grellen Farben, das verschreckt die Fische), oder man kauft sich im Aqurienladen bereits vorgefertigte Fotorückwände.
Besonders Motive mit Wurzeln und Steinen sehen im Becken sehr dekorativ aus. Wer kreativ ist, kann natürlich auch einfach ein Stück Pappe
mit entsprechenden Motiven bemalen und dann mit Klebeband befestigen. Man kann die Rückwand natürlich auch einfach mit Wasserfester Farbe streichen.
Habt ihr alles zusammen? Dann kommen wir zur Einrichtung des Beckens.
Aufstellen und Einrichten des Beckens
Zunächst das Becken und den Unterschrank ungefähr an seinen Platz stellen. Es empfiehlt sich zwischen Schrank und Becken eine dünne Schaumstoffmatte
(gibt es im Aquarienladen) zu legen. Alternativ dazu geht auch eine entsprechend zugeschnittene Isomatte oder eine dünne Styropurplatte.
Zu diesem Zeitpunkt müsst ihr auch die Aquarienrückwand anbringen.
Dann wird die Technik angebracht und die entsprechenden Kabel verlegt. Die meisten Aquarienabdeckungen und Schränke verfügen über spezielle Löcher an
der Rückseite durch die man die Kabel legen kann, so dass diese hinter dem Becken verschwinden. Dann kann das Becken an seine endgültige Position
gebracht werden. Achtung das Becken nicht ganz an die Wand schieben, will man später mal ein Technikteil tauschen, muss der Stecker hinter dem
Becken entlangpassen. Ausserdem hilft ein kleiner Zwischenraum die Luftzirkulation hinter dem Aquarium zu sichern und Schimmel an der Wand zu vermeiden.
Dann wird zunächst etwa 10-15 cm Wasser eingefüllt und anschliessend der Bodengrund ins Becken getan. Verwendet man zusätzlich zum Kies und Sand einen speziellen
Bodengrund für Pflanzen, so wird dieser zuerst eingfefüllt und dann erst der Sand/Kies. Sand und Kies sollten vor dem Einfüllen gewaschen werden. Danach
den Bodengrund nochmal kräftig durchrühren um Lufteinschlüsse zu verhindern, denn dort könnte es später zu Fäulnisprozessen kommen.(Achtungs umrühren nur,
wenn ihr keinen Pflanzengrund eingebracht habt.
Danach Das Becken bis knapp zur Hälfte mit Wasser auffüllen (um beim Wasser einfüllen ein aufwirbeln des Bodengrundes zu verhindern einen Teller auf
den Kies/Sand stellen und dort das Wasser vorsichtig einfüllen). Jetzt kann das Becken dekorativ gestaltet werden, Am besten zuerst die Wurzeln und
grösseren Dekorationen im Becken platzieren und dann kann es ans Bepflanzen gehen.
Vor dem Einpflanzen sollte man die Pflanzen gründlich mit lauwarmen Wasser säubern, um Schnecken von den Blättern und Steinwolle von den Wurzeln zu entfernen.
Die Wurzeln auf 3-4 cm kürzen, alte Blättern entfernen und dann mit dem Finger ein kleines Loch in den Boden buddeln, Pflanze möglichst tief reinsetzen, Sand darüber
schieben und dann vorsichtig bis zum Wurzelansatz wieder herausziehen.
Dadurch sind nun die Wurzeln nach unten gerichtet. Stengelpflanzen (wie Wasserpest oder Haarnixe) in kleinen Grüppchen mit wenig Abstand zusammensetzen (häufig kann man
aus einer Pflanze aus dem Handel 2-3 im Aquarium machen). Rosettenpflanzen (wie Schwertpflanzen oder Valisnerie) einzeln mit etwas Abstand pflanzen.
Wie bereits gesagt, sollten am Ende mind. 70% des Beckens bepflanzt sein. Wenn die Pflanzen anfangen zu wuchern, kann man immer noch ausdünnen.
Dann wird das Becken komplett mit Wasser gefüllt und die Technik in Betrieb genommen. Meist ist der erste Eindruck eines frischeingerichteten Becken
nicht befriedigend. Aber nur Geduld, in ein paar Wochen sieht alles ganz anders aus. Und in den nächsten Tagen kann man immer noch sanft Eingreifen und
Pflanzen und Dekoration zurechtrücken.
Einlaufphase des Beckens
Nach der Einrichtung des Beckens gilt es zunächst erst einmal mind. 4 Wochen abzuwarten. In dieser Zeit wachsen die Pflanzen an und das biologische
Gleichgewicht im Becken entsteht langsam. Bakterien siedeln sich im Filter an und die Umwandlung der Schadstoffe beginnt (die Bakterien entwickeln
sich besonders gut, wenn du ihnen einmal in der Woche ein Prise Trockenfutter gönnst).
Vielleicht wirst du erschreckt feststellen, dass nach einiger Zeit Algen anfangen zu wachsen. Aber keine Sorge, dass ist ganz normal, wenn das
Becken dann richtig läuft verschwinden die Algen wieder.
Nach circa 1 Woche könnt ihr vielleicht etwas Dünger ins Becken geben, um die Pflanzen im Wachstum zu unterstützen. Aber vorsicht nicht zuviel –
lieber nur ein Viertel der auf der Verpackung angegebenen Menge. Die Pflanzen wachsen erstmal nur langsam und benötigen daher nur
wenig Nährstoffe. Die überschüssigen Nährstoffe, nutzen die Algen zum wuchsern.
Ausserdem könnt ihr nach ca. 2 Wochen einen Wasserwechsel machen.
In der Einlaufzeit kannst du dir auch schon mal Gedanken zum zukünftigen Besatz im Becken machen. Wichtig ist dabei, sich vorher genau über die
Ansprüche (Temperatur, Wasserwerte...) und Lebensweise (Schwarmfisch oder Einzelgänger, Revierverhalten...) der gewünschten Fische zu informieren.
Nicht alle Kombinationen sind möglich. Ausserdem solltest du dich zunächst auf wenige Arten beschränken. In einen 80 cm Becken, z.B. sollte man
nur eine Art von Welsen halten, dazu einen Schwarmfisch und vielleicht noch ein Päärchen andere Fische. Auch sollte man bei seiner Wunschliste
die Endgrösse der Fische beachten. Als grobe Richtlinie gilt Beckenlänge durch 15 ist die Maximalgrösse der Fische, wobei Schwarmfische eher
kleiner sein sollten.
Informationen zu den verschiedenen Fischen findest du im Internet, aber der Handel bietet auch verschiedene Bücher an in den denen die
verschiedenen Arten vorgestellt werden (z.B. Mergus Aquarienatlas – Band 1 – ist ein Klassiker unter den Aquarienbüchern). Zusätzlich solltest
du aber auch ruhig deine Vorstellungen im Forum kundtun, dort haben bestimmt schon einige Erfahrungen mit den gewünschten Arten gesammelt.
Nutze die Zeit auch, um dir Gedanken zu machen, woher du die Fische beziehst. Sicherlich ist es am einfachsten diese im Zoogeschäft um die
Ecke zu kaufen, aber schönere und gesündere Tiere findet man bei privaten Züchtern. Dort sind sie häufig auch sehr preiswert zu haben. Schau
dich mal auf den Fischbörsen der ortsansässigen Aquarienvereine um bzw. in den Anzeigenblättern deiner Stadt. Auch hier im Forum werden immer
mal wieder Nachzuchten angeboten.
Einsetzen der Fische
Nach ca. 4 Wochen kannst du die ersten Fische ins Becken einsetzen. Es bietet sich an, zwischen dem Einsetzen der einzelnen Arten ca. 1 Woche
vergehen zu lassen, damit das Becken nicht zu schnell belastet wird. Beim Kauf der Fische darauf achten, dass die Tiere gesund aussehen und munter
im Becken rumschwimmen. Schwimmt ein kranker Fisch mit im Becken, dann Hände davon lassen. Die anderen könnten sich bereits angesteckt haben.
Lieber am Anfang ein paar Wochen mit dem Kauf warten und dann jahrelang Freude an den Fischen haben, als dass die Fische wenige Wochen später tot sind.
Das Einsetzen der Fische sollte sehr vorsichtig geschehen. Dabei sollte langsam das Transportwasser mit dem Wasser aus dem Aquarium vermischt werden.
Das kann entweder in der Transporttüte geschehen, die man ins Becken hängt und langsam mit Aquarienwasser auffüllt, oder in einem Eimer in den man
die Fische zunächst in ihrem Transportwasser schwimmen lässt und dann ebenfalls langsam Wasser aus dem Aquarium hinzu gibt.
Nach ca. 1 Stunde (bei empfindlichen Arten kann das auch länger dauern) die Fische mit dem Kescher rausfangen und ins Becken tun. Dann sollte man
den Fischen erst mal etwas Ruhe gönnen – also nicht anfangen im Becken zu hantieren. Auch mit dem Füttern sollte man noch ein paar Stunden oder
auch bis zum nächsten Tag warten.
Die ersten Tage solltest du dir ruhig jeden Tag eine halbe Stunde Zeit nehmen, die Fische zu beobachten. Am besten ruhig auf einem Stuhl vor
das Becken setzen. Viele Fische reagieren erschreckt auf Bewegungen vor dem Becken und zeigen dann nicht ihr normales Verhalten. Schau nach, ob
alle Fisch gesund aussehen und ihre typischen Farben zeigen. Fressen alle Fische fleissig? Dann ist alles in Ordnung.
Pflege des Aquariums
Damit es den Fischen möglichst gut geht, ist eine regelmässig Pflege des Beckens notwendig.
Zu den täglichen Pflichten des Aquarianers gehört ein kurzer Blick ins Becken:
- Funktioniert die Technik (Filter läuft?, Temperatur ok?)?
- Alle Fische gesund? (schwimmt ein Fisch irgendwo allein in der Ecke und sieht blass aus?)
- Sonst irgendwelche Auffälligkeiten
Wasserwechsel sollte mind. alle 2 Wochen erfolgen, sollte es irgendwelche Auffälligkeiten bei den Fischen geben, lieber häufiger machen.
Ein regelmässiger Wasserwechsel entfernt Keime und Schadstoffe aus dem Becken und ist die beste Vorsorge gegen Krankheiten. Ihr solltet
ca. 20-30% des Wassers wechseln, bei Krankheiten oder sonstigen Auffälligkeiten ruhig auch mal mehr. Das Wechselwasser kann ruhig etwas kühler sein,
als das Aquarienwasser, aber die Temperatur im Becken sollte durch den Wasserwechsel nicht mehr als 2 Grad sinken.
Beim Wasserwechsel kannst du auch gleich schauen, ob alle Pflanzen gut wachsen, abgestorbene Blätter entfernen und zu gross gewordene
Pflanzen etwas stutzen. Aber es nicht mit dem Arbeiten am Becken übertreiben, denn es bedeutet für die Fische auch immer Stress.
Wenn die Leistung des Filters nachlässt, dann sollte zunächst nur die Pumpe gereinigt werden. Diese lässt sich meist auseinandernehmen und
mit Wattestäbchen gut reinigen. Solltet ihr ausserdem Filterwatte im Filter verwenden, dann diese auch regelmässig austauschen, da sie sich recht
schnell mit feinen Partikeln zusetzt. Alle anderen Filtermaterialien sollten nur, gereinigt werden, wenn die oben genannten Massnahmen nicht geholfen
haben. Diese vorsichtig unter lauwarmen Wasser ausspülen, damit möglichst viele Bakterien erhalten bleiben. Am besten nicht alle Filtermaterialien
gleichzeitig säubern, sondern im Abstand von 1-2 Wochen.
Fütterung der Fische
Die Fütterung der Fische sollte abwechslungsreich und den verschiedenen Ansprüchen der einzelnen Arten entsprechend erfolgen.
Grundsätzlich unterscheidet man 3 Arten von Fischfutter:
Trockenfutter: künstlich hergestelltes Futter in Flocken-, Granulat- oder Tablettenform, einfachste Art Fische zu füttern, da immer verfügbar
und einfach zu handhaben. Es gibt verschiedene Sorten für Fleisch- und Grünfutterfresser.
Lebendfutter: frisches Futter, z.B. Wasserflöhe, Mückenlarven, Wurmfutter – sehr empfehlenswert, da es erstens für die Fische sehr gesund ist
und zweitens der Jagdinstinkt der Fische nicht verloren geht (die Fische müssen sich teilweise schon anstrengen, um satt zu werden).
Frostfutter: ist eine gute Alternative zum Lebendfutter, im Handel sind verschiedenste Sorten erhältlich
Damit die Fische mit allen lebenswichtigen Substanzen versorgt werden, sollte man möglichst vielseitig füttern und alle 3 Futtersorten anbieten,
wobei Frost- und Lebendfutter den natürlichen Fressgewohnheiten der Fische am ehesten entgegenkommen und daher vorrangig auf dem Speiseplan stehen
sollten. Es ist darauf zu achten, dass alle Fische etwas vom Futter abbekommen. Also wenn das Trockenfutter nur oben schwimmt und schnell
aufgefressen wird, dann bekommen die Bodenbewohner recht wenig ab und sollten dann zusätzlich zum Beispiel mit Tablettenfutter versorgt werden.
Neben dem typischen Fischfutter lässt sich der Speiseplan der Fische auch noch mit anderen Leckereien erweitern. Pflanzenfresser können zum Beispiel mit
Salat, Gurken, Paprika und anderem Gemüse gefüttert werden. Auch zerdrückte Erbsen oder Mais wird von vielen Fischen gern gegessen. Paprikapulver
(edelsüss! Nicht scharf!) kann hin und wieder das Trockenfutter ersetzen. Er enthält viele Vitamine und Farbstoffe, die den Fischen gut tun. Hier
darf der Aquarianer ruhig mal etwas herumprobieren und den Geschmack der Fische testen. Wichtig ist nur, dass das Gemüse nicht zu lange im Becken
bleibt, was nach 12 Stunden nicht verputzt ist, sollte wieder entfernt werden.
Bei der Frage wieviel man füttern sollte, kann man nur sagen, weniger ist mehr. Man sagt pro Fütterung nur soviel, wie die Fische in wenigen
Minuten schaffen. Es ist völlig ausreichend nur einmal täglich zu füttern und in der Woche einen Hungertag einzulegen. Keine Sorge im Becken selber
gibt es genügend Kleinstlebewesen und Algen, von denen sich die Fische zusätzlich ernähren. In der Natur bekommen die Fische auch nicht jeden Tag was
zu fressen, und daher essen sie wann immer es etwas gibt gierig und schnell. Dies hat nichts mit Hunger zu tun, sondern ist deren Instinkt (wer weiss,
wann es das nächste Mal was gibt...). Ausgewachsene Fische kommen ohne Probleme 2-3 Wochen ohne Fütterung aus. Nur Jungfische sollten regelmässig,
auch durchaus mehrmals täglich gefüttert werden (aber dann entsprechend weniger).
Wenn Fische krank sind
Auch bei sorgfältigster Pflege kann es immer wieder dazukommen, dass Fische erkranken. Meist fällt dem Pfleger auf, dass sich ein einzelner Fisch
von den anderen absondert, blass aussieht und die Flossen klemmt. Dann sollte man sich den Fisch genau betrachten und die Krankheitsanzeichen notieren.
Ist ein leeres, eingefahrenes Becken vorhanden, kann der Fisch erst mal dorthin umgesetzt werden, um eine Ansteckung der andern Fische zu vermeiden.
Dann solltet ihr im Forum die Krankheit des Fisches so gut wie möglich beschreiben. Wahrscheinlich haben schon andere Erfahrung mit der Krankheit
und können Euch Tipps geben. Zusätzlich könnt ihr selbst im Internet suchen, ob ihr Informationen findet.
Auf alle Fälle kann ein grösserer Wasserwechsel im Becken nicht schaden. Dabei werden auch Krankheitserreger und Keime entfernt.
Der Einsatz von Medikamenten sollte nur erfolgen, wenn ihr sicher seid, um welche Krankheit es sich handelt. Meist kann man mit alternativen
Behandlungsmethoden den selben Erfolg erreichen und die Fische werden weit weniger beansprucht, denn auch Fischmedikamente haben Risiken und
Nebenwirkungen.
Wir hoffen, wir konnten Euch mit den oben stehenden Hinweisen ein paar nützliche Tipps geben und wünschen Euch, dass ihr einen guten Start
in die Aquaristik habt. Seid aber nicht traurig, wenn nicht alles auf Anhieb klappt. Schreibt Eure Fragen und Probleme ins Forum, dort wird Euch
bestimmt weitergeholfen. Ausserdem findet ihr sowohl im Forum, als auch in unserer Bibliothek weitere interessante Texte rum ums Aquarium.
Viel Spass beim Stöbern.
Und zu guter letzt noch ein wichtiger Tipp:
Für ein perfektes Becken braucht man vor allem
ZEIT und GEDULD!
Ihr könnt Euch den Text auch als PDF-Datei auf Eurem Rechner abspeichern, ausdrucken und in Ruhe noch einmal durchlesen:
Aller Anfang ist schwer...