Brackwasser - ist das nicht diese stinkende, faulige Brühe ?
Falsch!!!
Als Brackwasser wird ein normalerweise sauberes Wasser mit einem Salzgehalt zwischen ca 1gr-30 gr pro Liter. Wasser mit weniger Salz ist Süßwasser, mit höherem Salzgehalt Salzwasser.
Brackwasserzonen entstehen überall entlang der Küsten an Flußmündungen und können sich in Tieflandflüßen
mit geringem Gefälle durch die Gezeiteneinwirkung mehrere Kilometer ( bis zu 50 km ) ins Inland erstrecken.
Auch die Tropischen Mangeovengürtel gehören dazu, sie wachsen sehr oft an der Küste etwas vorgelagert, aber die oft
heftigen Regengüsse können sich durch das Dickicht nur langsam mit dem Meerwasser mischen und so
entstehen auch hier Unterschiede im Salzgehalt.
Im Inland können durch die Auslaugung von Salzstöcken Brackwasserzonen entstehen, sei es durch natürliche Vorgänge, als auch durch Menschenhand. So wurden z.B. die Werra und die Weser in den 50ger und 60ger Jahren des letzten Jahrhunderts in ihren Ober- und Mittelläufen zu Brackwasserflüßen ( Kaliabbau). Auch an der Ostsee finden wir einige Brackwasserbereiche, dort z.B. wo sich aus ehemaligen Meeresbuchten ganz oder teilweise vom Meer getrennte Bodden gebildet haben. Diese werden mehr und mehr von Süsswasser gespeist und ihr Salzgehalt sinkt.
Für die Aquaristik wollen wir das Brackwasser in Leichtes (<10 gr/l ), mittleres (10-20 gr/l ) und schweres Brackwasser (20 -30gr/l) unterteilen .
Pflanzen wachsen im Brackwasser außer den Mangroven kaum, im leichten Brack eventuell noch ein paar Cryptocorinen, Valisnerien und Javafarn. Dann folgen verschiedene Faden und Büschelalgen, erst im schweren Brack ab 25 gr/l fangen langsam die Höheren Algen wie Caulerpa an ,sich wohlzufühlen.
In diesem einzigartigen, sich stehts veränderndem Lebensraum treffen sich sowohl Meerestiere, als auch unsere uns wohlbekannten Süßwasserbewohner. So liegt der Rekord für einen im Brackwasser vor Rügen gefangenen Hecht zur Zeit bei 47 Pfund und 200 Gramm ( Fisch und Fang ). Ebenso sind die tropischen Mangrovengürtel die Kinderstube für unzählige Meeresfische.
Die wohl bekanntesten Bewohner sind Schlammspringer, Vieraugen, Schützenfische, Argusfische als auch das Silberflossenblatt, wobei die letzteren beiden Arten ,ebenso wie die sogenante "Süßwassermuräne" ab einer bestimmten Größe Salzwasser benötigen.
Was wenige wissen, auch unser allseitsbeliebter Segelkärpfling ,wie auch viele Arten der beliebten Blauaugen, und einige Grundeln gehören eigentlich in Brackwasseraquarien.
Alles in allem bildet das Brackwasser ein Betätigungsfeld nur für engagierte Leute, die sich mit den Besonderheiten dieser Biozone und ihrer Bewohner auseinandersetzten wollen. Die benötigte Technik hängt hier wiederum von dem geplanten Besatz ab.